Tompkins-Kilbourne

Konversionsprojekt

Nutzungskonzept für eine Konversionsfläche (ehemaliges Kasernengelände) auf dem Gebiet der Stadt Schwetzingen

Tompkins-Kilbourne

Unerwartet schnell ist in Schwetzingen die mehr als 60-jährige Zeit der amerikanischen Militärpräsenz auf der ehemaligen Panzerkaserne zu Ende gegangen. Nach der Aufgabe einer militärischen Nutzung auf dem 37 ha großen Gelände der Tompkins-Barracks ab Ende 2012 sind die Liegenschaften seit Februar 2013 an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA) übergegangen. Auf dem Gelände stehen noch etwa 30 - teilweise gut erhaltene und denkmalschutzwürdige - militärische Zweckbauten. Für die Zukunft sind viele Nutzungsarten denkbar, denn der Planungsprozess befindet sich noch im Fluss. Die Fläche des Areals lässt eine einheitliche Entwicklung kaum erwarten. Auf Grundlage einer städtischen Konversionsstudie erscheint eine Mischnutzung sinnvoll. Neben den Tompkins Barracks sind dabei auch die benachbarten Flächen der deutlich kleineren Kilbourne Kaserne (etwa 6 ha) in eine abgestimmte Gesamtentwicklung einzubeziehen.

Informationen zum Projekt
Philosophie

Den fachlichen Hintergrund bildet die Arbeit des Instituts für Energieoptimierte Standorte (EOS). Als wissenschaftliche Einrichtung engagiert sich das Institut sowohl in der Grundlagenforschung als auch in der anwendungsorientierten Forschung. EOS erarbeitet interdisziplinäre langfristig wirksame energetische Konzepte zur Sicherung einer hohen Energieeffizienz. Das Institut EOS ist eine gemeinnützige Forschungseinrichtung der BTU Cottbus-Senftenberg, welche sich ausschließlich über die Realisierung externer Projekte, die von der kommunalen bis zur europäischen Ebene reichen, finanziert.

Die enge kollegiale Zusammenarbeit innerhalb des Institut EOS ermöglicht die Einbeziehung fakultätsübergreifenden Fachwissens. Diese enge Kooperation ist Grundlage für die wissenschaftliche Qualität der Forschungsergebnisse. Orientiert an den Grundsätzen Nachhaltigkeit, Wirtschaftlichkeit und Versorgungssicherheit forscht und berät EOS seit 2008 (ursprünglich gegründet an der Hochschule Lausitz) erfolgreich in den Themenbereichen "Architektur, Wohn- und Sozialbau", "Energie- und Versorgungstechnik", "Verkehrswesen und Stadtplanung" sowie "Energiemanagement, Energie- und Umweltökonomie".

Teambildung zur Bearbeitung

Die Aufgabenstellung wurde im Sommer 2013 und 2014 bearbeitet durch Studierende in den Master-Studiengängen "Klimagerechtes Bauen und Betreiben" (M.Eng.) und "Architektur" (M.A.) an der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg. Die Bearbeiterteams waren interdisziplinär besetzt mit Studierenden aus den Fachgebieten Architektur, Bauingenieurwesen sowie Gebäude- und Energietechnik. Im Sommer 2015 wurde die Aufgabenstellung für Studierende des Studienganges "Civil and Facility Engineering (B.Eng.)" formuliert.

Die jeweils beteiligten Teammitglieder (Arbeitsgruppen) sind in den einzelnen Konzepten vermerkt.

Infos zur Aufgabe

In der Lehre waren zwei Module in die Aufgabenstellung eingebunden. Das Lehrmodul "Nachhaltige Siedlungsentwicklung" beschäftigte sich vorwiegend mit Standortfragen und energetischer Optimierung. Im Modul "Projekt Siedlungsentwicklung" stand die bauliche Nutzung und die Erschließung im Mittelpunkt.

Grundlagenermittlung
- Festlegung des Planungsgebietes
- Einbindung in die großräumige und örtliche Planung
- Bedarfsanalyse für verschiedene Nutzungsarten
- Einbindung in das Umfeld (Natur, Umwelt, Umfeldnutzungen)
- Anbindungen (Straße, S-Bahn/ÖPNV, Güterverkehr, Ver- und Entsorgung)

Nutzungskonzept
- Wohnen (Bebauungsstruktur, Anbindung an städtische Infrastruktur, ...)
- Gewerbe (Branchen, Erreichbarkeit, Verträglichkeit, ...)
- Bildungs-Campus (Zuordnung, Ausrichtung, Forschen/Tagung/Wohnen, ...)
- Freizeit (Nutzungsart, Bedarf und Nachfrage, ...)
- Mischung (Wohnen, nicht störendes Gewerbe, Dienstleistung, Bildung/Wissenschaft, ...)

Bebauung und Erschließung
- Anpassung Flächennutzungsplan
- Innere Erschließung (Straßen- und Wegenetz, Lärmschutz
- Äußere Erschließung (MIV, ÖPNV, Rad)

Besonderes Augenmerk ist auf die Einbindung und Gestaltung der Landesstraße L597 als innerörtliche Verkehrsstraße zu legen. Die Knotenpunkte zur Anbindung des Plangebietes sind sorgfältig auszuarbeiten.

ausgearbeitete studentische Konzepte
Wohnen - Arbeiten

Die gesamte Region beklagt einen Mangel an bebaubaren Flächen. Innerstädtisch bieten daher die nun freigewordenen Militärflächen großes Potenzial für die Städte. In Schwetzingen gibt es seit einigen Jahren einen Bevölkerungsrückgang aufgrund mangelnder Wohnfläche vor Ort. Daher ist die Stadt auf die Konversion der Militärflächen angewiesen. Wohnen und Gewerbe sind hierbei wichtige Planungselemente. Für gewerbliche Flächen wird ein Flächendefizit von 73 Hektar vorausgesagt. Es wäre somit denkbar, Unternehmen nach Schwetzingen auf das Areal der Tompkins Barracks auszulagern oder dort Raum für deren Erweiterung anzubieten.
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Wohnen - Sport - Freizeit

Als Neugestaltung für das Gelände wird ein Sport- und Bildungszentrum vorgesehen. Außerdem wird ein Eigenheimkomplex geplant. Weiterhin wird es Einkaufsmöglichkeiten geben. Das Sport- und Bildungszentrum beinhaltet ein Sportinternat zur besonderen Leistungsförderung. Zusätzlich wird ein bestehendes Gebäude als Sporthotel ausgebaut.

Auf einem Teil des Geländes werden Wohnhäuser errichtet und ein Spielplatz mit Park und Grünflächen angelegt. Im Einfahrtsbereich des Geländes entsteht ein Einkaufzentrum.
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Bildung - Wohnen

Aus der Bedarfsanalyse für eine Nachnutzung der Gebiet Tompkins Barracks entwickelte sich das Konzept eines Bildungscampus in Kombination mit einem allgemeinen Wohngebietes mit Naherholungsflächen und Arbeitsstätten. Schwerpunkt des Konzeptes ist das Thema Medizin, Gesundheit und Pflege. Schwetzingen liegt in einem bedeutenden Wirtschaftsraum. Die Region Rhein-Neckar ist ein Vorreiter der sozialen, gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Viele zukunftsträchtige Branchen, aber auch namenhafte Traditionsunternehmen haben hier Ihren Sitz. Die gut ausgebaute Infrastruktur verbindet die Städte der Region.
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Grüner Campus

Die ehemalige Kaserne befindet sich im Norden der Stadt Schwetzingen. Auf dem Grundstück ist teilweise hochwertige Bausubstanz zu finden, die erhalten werden soll. Der historische Kasernenkomplex zeichnet sich durch eine markante Dachkonstruktion aus, die auch aus der Ferne gut zu erkennen ist. Die restlichen Gebäude werden, bedingt durch ihren schlechten Zustand, abgerissen. Der Sportplatz soll dabei erhalten bleiben und wieder aufgewertet werden und dient als zentraler Punkt des künftigen Hostels und der Jugendherberge, sowie dem Wohngebiet, Mischgebiet und dem betreuten Wohnen.
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Campus und Wohnen

Prinzipielles Ziel ist die Schaffung eines neuen Stadtteiles und damit verbunden vor allem Wohnraum, welcher in verschiedenen qualitativen Ausführungen realisiert wird. Die nachhaltigen Aspekte bei diesem Projekt sind eine gute Anbindung durch öffentliche Verkehrsmittel und hohe Energiestandards bei Neubauten und Sanierung. Diese Aspekte stehen auch im Kontext mit der erwarteten Nutzung durch Studierende, die eine hohe Nutzung von öffentlichen Verkehrsmitteln mit sich bringt. Nördlich und östlich des Campusgeländes werden Gebäude im Geschosswohnungsbau und als verdichtete Einfamilienhausbebauung errichtet.
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Lehre und Wohnen

Unter dem Leitmotiv „Das Grüne Band" wurde das Konzept für die Neunutzung der Kasernenanlagen entwickelt. Hierbei werden Wohnen, Arbeiten und Freiraumgestaltung miteinander verknüpft. Auf dem Gelände der Tompkins Barracks sieht das Konzept eine Wohnbebauung mit Einfamilienhäusern und Doppelhaushälften vor, die von großzügigen Grünflächen umgeben sind. Im Ostteil wird eine gemischte Baufläche angeordnet. Über Gewerberäumen im Erdgeschoss entstehen Wohnungen und Appartements. Nach Süden angrenzend ist eine, durch Stadtvillen unterbrochene, Blockrandbebauung ausgewiesen.
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Hochschulcampus

Das Areal ist ein guter Standort für eine Hochschule. Die stadtnahe Lage, die Verfügbarkeit ausreichender Flächen und ein stadtbildprägenden Gelände sind besondere Potenziale. Es sollen weitere Potenziale zu einer Entwicklung im Wohn- und Dienstleistungsbereich verfolgt werden. So wird einem monofunktionalen Quartier vorgebeugt. Eine Mischung aus Gewerbe, Dienstleistungen und Kultur, die Verbindung aus alter und neuer Bausubstanz, sehr gute verkehrstechnische Anbindungen und die Nähe zur Innenstadt sollen in der künftigen Entwicklung weiter profiliert werden.
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Luftbild Kasernen

© 2014 Bundesanstalt für Immobilienaufgaben