MOVE-US

Energiekonzept Senftenberg

Konzept Stadtbus
Linienoptimierung
Elektromobilität

Konzept Stadtbus

Stadtbus

Im Rahmen der energetischen Stadtentwicklung Senftenbergs sollte die Mobilität durch ein umweltfreundliches Angebot von Stadtbussen entwickelt werden. Da sich der Einfluss auf klimafreundliche und nachhaltige Mobilitätsangebote beim Bussystem vergleichsweise einfach darstellt, werden diesbezüglich drei Aufgaben definiert:

1. Erhöhung der Attraktivität außerhalb des Schülerverkehrs
2. Einsatz umweltfreundlicher Fahrzeuge
3. Liniennetz- und Streckenoptimierung

Zunächst beinhaltet der Denkansatz die Überprüfung der bestehenden Streckenführung im Stadtgebiet Senftenberg. Durch eine effizientere und dem bestehenden sowie in Zukunft zu erwartenden Bedarf gerecht werdende Streckenführung, kann ohne materiellen und personellen Mehraufwand ein nachhaltiges System entwickelt werden, das die Aspekte Energieeffizienz und Umwelt einbezieht. Damit verknüpft ist die gängige Praxis einer Linienbündelung in Bereichen höherer Nachfrage. Gerade in den Spitzenzeiten der Verkehrsnachfrage können Linien verdichtet und Angebote auf diese Weise attraktiver gestaltet werden. In diesem Kontext sollten auch Möglichkeiten der Umsteigebeziehungen genauer untersucht werden. Ein weiterer Ansatz der umweltfreundlichen Umsetzung eines zukünftigen Busangebotes in Senftenberg verbindet sich mit der Fahrpreisgestaltung. Insgesamt fällt bei der Entwicklung von Maßnahmen im Rahmen des vorliegenden Kommunalen Energiekonzeptes auf, dass Erfolge in der Umsetzung unmittelbar an die Fragen der Bezahlbarkeit und der Preispolitik gebunden sind. In Bezug auf zukünftige Busangebote heißt dieses: Energiesparmaßnahmen im Bereich der Verkehrsplanung und Mobilität sind derart zu gestalten, dass die klimaschützenden und den Verbrauch senkenden Aktionen nicht teurer sind, als die aktuell bestehenden Lösungen. Dies erhält oder steigert deren Attraktivität. Insofern sollte hinsichtlich der Optimierung des „Konzeptes Stadtbus“ auch über Fahrten zum „Nulltarif“ nachgedacht werden, wenn erzielbare Einnahmen und der damit verbundene Aufwand die Kostenstruktur nicht deutlich verbessern.

Nicht zuletzt ist das Stadtbuskonzept der Zukunft auf den in Senftenberg und Umland beabsichtigten Ausbau des Tourismus abzustimmen. Sollen Besucher der Stadt und des Seenlandes in Zukunft verstärkt Busangebote nutzen, die dann mit einer höheren Auslastung und nachhaltigen Nutzung des ÖPNV einhergehen, sind die Bedarfe der Touristen zu prüfen. Ggf. müssen demzufolge neue touristische Angebote im Busbereich entwickelt werden. Dies beinhaltet auch Angebote an Wochenenden und Abendverkehre.

Durch den Einsatz von umweltfreundlichen E-Bus-Systemen wird der CO2-Ausstoß des ÖPNVs in Senftenberg gesenkt. Vorgeschlagen wird diesbezüglich bspw. eine Minibusvariante mit etwa 8 m Länge. Hier wären bis zu 22 Sitze und 35 Stehplätze denkbar, so dass eine ausreichende Transportkapazität innerhalb der Stadt gewährleistet werden kann. Eine Reichweite der Akkuladung bis 200 km bei aktuellen E-Buskonstruktionen ermöglicht mehrere Busumläufe ohne Aufladepausen. Hinsichtlich des Einsatzes von E-Bus-Systemen ist eine detaillierte Nutzwertanalyse zu erstellen.

Linienoptimierung

Im Fokus möglicher Bus-Linienoptimierungen zur Reduktion der CO2-Belastungen durch den motorisierten Individualverkehr und mit dem Ziel energieeffizienter Angebote in Senftenberg und Umgebung stehen die kalkulierbaren Wege im Schülerverkehr, die Wege zu Zielen des Einkaufs und Dienstleistungsbereichs sowie die Wege des touristischen Verkehrs. Gerade in diesen Bereichen sind effizientere Wegeführungen und quantitative sowie qualitative Anpassungen des Busangebotes möglich. Ein Schwerpunkt sollte der Übergang zwischen Bahnhof und Busbahnhof Senftenberg darstellen (Verkehrsknotenpunkt). Hier ist eine optimale Verknüpfung und Abstimmung aller Nahverkehrsangebote sinnvoll, um die bestehenden Verkehrssysteme Bus und Bahn effizient zu nutzen und auf künftig sich verändernde Nachfragestrukturen angemessen zu reagieren.

Folgende Wegeverbindungen ab dem Verkehrsknoten Bahnhof/Busbahnhof sind in Zukunft näher zu betrachten und sinnvoll zu verknüpfen:
(1) Verbindung Wohngebiet am See – Brieske: Die Busverbindung zwischen den Wohngebieten am Senftenberger See und der Ortslage Brieske.
(2) Verbindung Stadthafen und Altstadt: Die Verbindung zwischen dem neuen Stadthafen am Senftenberger See und der Senftenberger Altstadt im Umfeld des historischen Marktes.
(3) Verbindung Krankenhaus – Hochschule – Wohngebiet/Schwimmhalle: Die Verbindung entlang der Gesundheits-, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen im Nordwesten der Stadt Senftenberg einschließlich einer guter Anbindung Oberschulen/Gymnasium.

Optional kann eine Verlängerung Richtung Koschen und Sedlitz (durch Beauftragung des Landkreises) in die Linienführung integriert werden. In einem ersten Denkansatz der Buslinien-Optimierung werden zwei Optionen vorgeschlagen:

Rundkurs
Zum einen wäre ein Rundkurs Busumlauf in der Stadt Senftenberg denkbar, um den neuen Mobilitätsansprüchen gerecht zu werden. Die E-Busse würden in diesem Fall eine ringartige Streckenführung mit einer Gesamtlänge von etwa 18 km abfahren (10 Umläufe, 1 Akkuladung, mögliche Ladepunkte: Busbahnhof und Brieske (Markt)) und im Bedarfsfall durch umweltfreundliche Zusatzfahrzeuge eine ausreichende Taktverdichtung in Stoßzeiten und an ausgewählten Wochentagen ermöglichen. Die Strecke könnte beispielsweise folgende Haltepunkte beinhalten:

Rundkursabschnitt 1: Bhf Krankenhaus Hochschule Schwimmhalle Brieske
Rundkursabschnitt 2: Brieske Wohngeb. am See Schloss Altstadt Bhf. (- Sedlitz)
Rundkursabschnitt 3: Bhf. Altst. Schloss Stadthafen (- Buchwalde (- Koschen)
Rundkursabschnitt 4: Stadthafen Schloss Wohngebiet am See Brieske
Rundkursabschnitt 5: Brieske Schwimmhalle Hochschule Krankenhs. Bhf.
Linienverkehr
Alternativ dazu besteht ein weiterer Denkansatz in einem Linienverkehrskonzept mit den verknüpften Linien 1 und 2. Beide Linien fahren ihre Strecke ab, wobei der Senftenberger Bahnhof und die Ortslage Brieske zwei Rendezvouspunkte bilden, die die Schnittstellen und Übergangsbereiche zwischen den Linien bilden. Als Vorschlag für die Linien 1 und 2 wären die folgenden genannten Routen möglich:

Linie 1:
Bahnhof Krankenhaus HS Schwimmhalle Brieske
Brieske Schwimmhalle HS Krankenhaus Bahnhof (- Sedlitz).

Linie 2:
Bahnhof Altstadt Schloss Stadthafen (- Buchwalde - Koschen) Wohngebiet am See Brieske
Brieske Wohngebiet am See Stadthafen Schloss Altstad Bhf.