MOVE-US

Energiekonzept Senftenberg

stadtverträglicher motorisierter Individualverkehr
Verlagerungspotenziale auf Umweltverbund
reduzierte Schadstoffemissionen

Konzept Stadt-MIV

Stadtverträglicher MIV

Hinsichtlich des motorisierten Individualverkehrs und der energetischen Stadtentwicklung Senftenbergs wurden erste wesentliche Maßnahmen bereits eingeleitet, auf die in den kommenden Jahren aufgebaut werden kann. Durch das vorgeschlagene Konzept „Stadtverträglicher motorisierter Individualverkehr“ sollen die bestehenden Maßnahmen hinsichtlich der Verkehrsflüsse weiterentwickelt werden. Dies kann insbesondere durch eine Homogenisierung des Verkehrsflusses auf den Straßen der Stadt erfolgen. Folgende Aufgaben für den stadtverträglichen motorisierten Individualverkehr werden definiert:

(1) Verlagerungspotenziale auf Umweltverbund nutzen
(2) verträgliche Abwicklung gewährleisten
(3) den Verkehrsfluss verstetigen

Maßgeblich für den stadtverträglichen motorisierten Individualverkehr Senftenbergs sind Ziel-, Quell- und Binnenverkehre. Die Durchgangsverkehre konnten bereits in großen Teilen verlagert werden. Vorgeschlagen wird insbesondere Binnenverkehrsanteile möglichst auf den Rad- und Fußverkehr sowie auch auf den ÖPNV zu verlagern. Hinsichtlich der dann verbleibenden motorisierten Verkehrsanteile sollte eine Verstetigung angestrebt werden. Schwerverkehre sollten innerhalb der städtischen Kerngebiete weitestgehend unterbunden werden.

Erreicht wurde in den letzten Jahren eine bereits wirksame Verlagerung der Durchgangsverkehre auf die neue Umgehungstraße, die die Stadt Senftenberg im Norden umfährt. Dies betrifft insbesondere Durchgangsverkehre über die ehemalige B169 im inneren Stadtbereich. Im Ergebnis wurde insbesondere der hohe Schwerverkehrsanteil (SV) deutlich reduziert. Die lokale Umweltbelastung durch Abgase und Lärmemissionen wurde somit herabgesetzt.

Grundlage der Überlegungen zum stadtverträglichen motorisierten Individualverkehr ist die Beobachtung, dass die Schadstoff-Emissionen der Fahrzeuge nicht proportional zu den Geschwindigkeiten steigen. So ist festzuhalten, dass die CO2-Belastung sowohl bei sehr niedrigen wie auch bei hohen Geschwindigkeiten deutlich ansteigt. Eine CO2-optimale Geschwindigkeit hinsichtlich der lokalen Belastungen ergibt sich im Bereich um 60 km/h. Niedrige Fahrgeschwindigkeiten sind somit für den Innerortsverkehr hinsichtlich der CO2-Emissionen – was gleichbedeutend mit dem Energieverbrauch bezogen auf die zurückgelegte Strecke ist – nicht ratsam. Vor diesem Hintergrund kommt das Institut für Energieoptimierte Standorte (IEOS) zu dem Schluss, dass die Emissionen mit sinkender Geschwindigkeit weniger stark abnehmen als die zurückgelegte Wegestrecke. Diese Abhängigkeiten gilt es, hinsichtlich einer umweltfreundlichen Verkehrsplanung in Senftenberg zu berücksichtigen.

Letztlich ergibt sich daraus, dass sich eine verträgliche Innerortssituation auf Verkehrsstraßen am vorteilhaftesten unter Einhaltung der allgemein zulässigen Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h und einer Verstetigung der Verkehrsabläufe (Vermeidung von Stop-and-Go-Verkehren sowie von unnötigen Verkehrsstillständen) erreichen lässt. Die resultierende Schadstoffkonzentration (in g/h) im Umfeld der Wohnbebauung lässt sich unter Beachtung und Berücksichtigung der Lärmaspekte (Lärmaktionsplan) dadurch minimieren.

Die primären Ziele des stadtverträglichen motorisierten Individualverkehrs in Senftenberg sollten darin bestehen,
(1) eine Reduzierung des Energieverbrauchs und
(2) eine damit verknüpfte Reduzierung der Schadstoffemissionen (CO2) zu ermöglichen.

Erreicht wird dies entsprechend der dargestellten Zusammenhänge zwischen den Fahrgeschwindigkeiten und der damit verbundenen Emissionen durch
(A) eine Reduzierung der Anzahl der verkehrsbedingten Halte,
(B) die Minimierung der Aufenthaltsdauer und die
(C) Reduzierung der Beschleunigungs-und Bremsvorgänge der Fahrzeuge.

Ein wesentlicher Anteil wird in einer Optimierung der Lichtsignalanlagen-Steuerungen liegen. Grundlage eines solchen Vorgehens ist eine detaillierte Überprüfung der zusammenhängenden Koordinierungsabschnitte der vorhandenen Lichtsignalanlagen in Senftenberg. Diesbezüglich könnte entsprechend der schrittweisen Umsetzung des kommunalen Energiekonzeptes und der sich hierauf beziehenden Maßnahmen auch eine stufenweise Anpassung der Lichtsignalanlagen-Steuerungen vorgenommen werden.

Es gilt, dass durch die Implementierung einer „Grünen Welle“ auf ausgewählten Routen der Verkehrsfluss verstetigt werden kann. Verkehrsbedingte Brems- und Beschleunigungsvorgänge sollten im Netz zukünftig minimiert werden. Die Aufenthaltszeiten sollten gleichzeitig reduziert werden. Dadurch wird der Schadstoffausstoß – insbesondere auch CO2 – der Kraftfahrzeuge über den Fahrtverlauf reduziert und die negativen Auswirkungen auf das Straßenumfeld können vermindert werden. Als Alternative ist auch ein Ersatz signalgeregelter Knotenpunkte durch Kreisverkehre denkbar, was zu vergleichbaren Ergebnissen führen würde.